Herkömmliche Wirtschaftsweise
Wir leben und arbeiten in einem Wirtschaftssystem, das uns die Anhäufung persönlichen Reichtums nahe legt. Da immer nur Wenige bedeutend mehr besitzen können als der Durchschnitt, muss man also besser oder schneller sein als die „Mitbewerber“, was üblicherweise als Konkurrenz bezeichnet wird.
Die herkömmliche Wirtschaftsweise benutzt soziale und ökologische Ressourcen, um einen möglichst hohen Gewinn in Form von Geld und Privateigentum zu erzielen. Dazu orientiert sie sich an den weltweit verfügbaren Ressourcen, um möglichst preiswert produzieren zu können. Die Folgen davon sind unter anderem Konkurrenz um knapper werdende Rohstoffe, Abhängigkeit von weltweit verstreuten Lieferanten, steigende Arbeitslosigkeit, aggressives Marketing, die Sucht nach Status-Symbolen, sinkende Lebensqualität, etc.
Die meisten Unternehmen sind heutzutage nach einer eher männlichen Denkweise strukturiert: Von den Mitarbeiterinnen wird erwartet, dass sie den knappen Arbeitsanweisungen der Vorgesetzten folgen. Die Hintergründe für Entscheidungen werden üblicherweise nicht ausführlich erläutert. Die Hauptverantwortung liegt bei den Vorgesetzten. Die Mitarbeiterinnen haben zwar eine klare Meinung zu einem Arbeitsprozess oder zu einem Produkt, aber sie äußern sie nicht. Die Idee der Mitbestimmung hat einen eher negativen Beigeschmack. Die Vorgesetzten in solchen Unternehmen arbeiten überdurchschnittlich viel und fühlen sich ihrer Verantwortung nicht immer gewachsen – versuchen jedoch oft, dies als ein vermeintliches Zeichen der Schwäche zu verbergen.